Ratgeber · Website-Relaunch

Website-Relaunch: Die Checkliste, damit Ihre Rankings bleiben.

Ein neues Design ist schnell beschlossen. Was dabei oft untergeht: Google kennt Ihre alte Website seit Jahren – jede Adresse, jeden Seitentitel, jeden Link, der von außen auf Sie zeigt. Wer nur auf die Optik schaut, wirft dieses Wissen weg. Diese Checkliste führt Sie in vier Phasen durch den Relaunch.

  • Checkliste in vier Phasen
  • 301-Weiterleitungen erklärt
  • Mit Googles Anleitung abgeglichen
  • Stand: Oktober 2026

Relaunch oder Optimieren – was brauchen Sie wirklich?

Ein Relaunch bedeutet: neues Design, oft neue Technik, häufig eine neue Seitenstruktur und damit neue Adressen. Das lohnt sich, wenn die Basis nicht mehr trägt. Typische Anzeichen: Die Website lässt sich auf dem Smartphone kaum bedienen, das System ist veraltet und nicht mehr sicher zu betreiben, jede kleine Änderung braucht einen Entwickler, oder Ihr Angebot hat sich so verändert, dass Struktur und Inhalte nicht mehr passen.

Nicht jedes Problem braucht aber einen Neubau. Funktioniert die Seite grundsätzlich, lädt aber zu langsam, steht bei Google schwach da oder bringt zu wenige Anfragen, reicht oft eine gezielte Überarbeitung von Ladezeit, Texten und Seitenaufbau. Das ist weniger riskant, weil Adressen und gewachsene Rankings erhalten bleiben. Faustregel: Liegt das Problem in der Basis, ist ein Relaunch sinnvoll – liegt es in Details, optimieren Sie die Website zuerst.

Warum Rankings beim Relaunch verloren gehen.

Google bewertet nicht „Ihre Website“ als Ganzes, sondern einzelne Adressen (URLs). Jede Unterseite hat ihre eigene Geschichte: Rankings für bestimmte Suchbegriffe, Links von anderen Websites, Lesezeichen von Kunden. Ändert sich die Adresse ohne Weiterleitung, landet all das auf einer Fehlerseite. Typische Ursachen für Verluste:

  • Alte URLs laufen ohne Weiterleitung ins Leere (Fehler 404)
  • Gut rankende Inhalte werden gekürzt oder gestrichen, weil sie „nicht ins neue Design passen“
  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen gehen bei der Übernahme verloren
  • Die Testumgebung war für Suchmaschinen gesperrt – und die Sperre geht mit live
  • Interne Links zeigen weiter auf alte Adressen

All das lässt sich mit Planung vermeiden. So gehen wir bei einem Website-Relaunch mit Southframe vor. Die Checkliste unten zeigt die Schritte – so können Sie sie auch bei jedem anderen Dienstleister einfordern.

Phase 1: Vorher – die Bestandsaufnahme.

Bevor das erste Layout entsteht, brauchen Sie ein vollständiges Bild der alten Website.

  1. 1. Alle URLs erfassen: Listen Sie jede erreichbare Adresse auf – Seiten, Blogartikel, PDFs. Quellen sind die bestehende XML-Sitemap, ein Crawling-Tool und der Bericht „Seiten“ unter Indexierung in der Google Search Console.
  2. 2. Top-Seiten aus der Search Console sichern: Exportieren Sie im Leistungsbericht die Seiten und Suchanfragen mit den meisten Klicks und Impressionen, am besten für die letzten zwölf Monate.
  3. 3. Backlinks prüfen: Der Bericht „Links“ in der Search Console zeigt, welche Ihrer Seiten von anderen Websites verlinkt werden. Diese Seiten brauchen in jedem Fall eine saubere Weiterleitung.
  4. 4. Inhalte bewerten statt löschen: Entscheiden Sie je Seite: übernehmen, überarbeiten, zusammenlegen oder bewusst entfernen. Seiten mit Klicks, Rankings oder Backlinks werden nicht ersatzlos gestrichen.
  5. 5. Meta-Daten sichern: Speichern Sie Seitentitel, Meta-Beschreibungen und Überschriften der wichtigsten Seiten. Was gut rankt, sollte nicht ohne Grund umformuliert werden.
  6. 6. Tracking dokumentieren: Notieren Sie, welche Analyse- und Conversion-Messungen laufen, damit nach dem Launch nichts fehlt.

Phase 2: Während – Struktur, Weiterleitungen, Testumgebung.

Parallel zum Design läuft die Arbeit, die später niemand sieht, die aber über die Rankings entscheidet.

  1. 1. URL-Struktur festlegen: Behalten Sie bestehende Adressen, wo es inhaltlich passt – jede Adresse, die gleich bleibt, ist ein Risiko weniger. Neue Adressen kurz, sprechend und auf Dauer planen.
  2. 2. 301-Weiterleitungs-Mapping erstellen: Ordnen Sie in einer Tabelle jeder alten URL die inhaltlich passende neue URL zu. Google empfiehlt dauerhafte, serverseitige Weiterleitungen (301 oder 308) und rät davon ab, viele alte Adressen pauschal auf die Startseite umzuleiten. Ketten aus mehreren Weiterleitungen hintereinander vermeiden.
  3. 3. Meta-Daten übertragen: Jede neue Seite bekommt einen eigenen Seitentitel, eine Meta-Beschreibung, genau eine H1 und einen Canonical-Tag, der auf sich selbst zeigt. Bei mehrsprachigen Seiten die hreflang-Angaben auf die neuen Adressen anpassen.
  4. 4. Interne Links aktualisieren: Menü, Footer und Links im Fließtext zeigen direkt auf die neuen Adressen – nicht über eine Weiterleitung.
  5. 5. Testumgebung abschirmen: Die Entwicklungsversion darf nicht in den Google-Index geraten. Üblich sind ein Passwortschutz oder ein noindex-Tag. Wichtig: Ein noindex wirkt nur, wenn Google die Seite crawlen darf. Eine Sperre per robots.txt verhindert, dass Google das noindex überhaupt sieht.
  6. 6. Vor dem Launch testen: Ladezeit, Darstellung auf dem Smartphone, Formulare, Rechtstexte und Barrierefreiheit in der Testumgebung prüfen – solange Fehler noch niemand sieht.

Phase 3: Der Launch-Tag.

Wählen Sie für den Wechsel einen Zeitpunkt, an dem jemand erreichbar ist und reagieren kann. Direkt nach der Umstellung gilt:

  1. 1. Weiterleitungen testen: Rufen Sie alte URLs aus Ihrer Liste auf – mindestens alle Top-Seiten und alle Seiten mit Backlinks. Jede muss mit Status 301 direkt auf die passende neue Seite führen.
  2. 2. noindex und Sperren entfernen: Prüfen Sie den Quelltext der Live-Seiten auf noindex und die robots.txt auf Sperren aus der Testphase. Ein vergessenes noindex kann eine komplette Website aus der Google-Suche nehmen.
  3. 3. XML-Sitemap einreichen: Die neue Sitemap enthält nur die neuen, erreichbaren URLs. Reichen Sie sie in der Search Console unter „Sitemaps“ ein.
  4. 4. Tracking prüfen: Kommen Seitenaufrufe und Conversions, etwa Formularanfragen, in Ihrem Analyse-Tool an? Funktioniert der Cookie-Banner wie vorher?
  5. 5. Nur bei Domainwechsel: Adressänderung melden. Ziehen Sie auf eine neue Domain um, nutzen Sie zusätzlich das Tool zur Adressänderung in der Search Console. Bei einem Relaunch auf derselben Domain, beim Wechsel von HTTP auf HTTPS oder von „www“ auf ohne „www“ ist es laut Google nicht nötig.

Phase 4: Danach – beobachten und nachbessern.

Google braucht Zeit, um die neuen Adressen zu crawlen und die alten zu ersetzen – bei mittelgroßen Websites laut Google einige Wochen oder länger. Schwankungen sind in dieser Zeit normal – wichtig ist, Fehler früh zu erkennen:

  1. 1. Search Console regelmäßig prüfen: In den ersten Tagen täglich, danach wöchentlich. Der Bericht „Seiten“ und der Sitemaps-Bericht zeigen, ob die neuen URLs aufgenommen werden.
  2. 2. 404-Fehler abarbeiten: Tauchen alte Adressen als „Nicht gefunden (404)“ auf, ergänzen Sie die fehlende Weiterleitung.
  3. 3. Rankings und Klicks vergleichen: Stellen Sie den Leistungsbericht dem Export aus Phase 1 gegenüber. Bricht eine einzelne Seite deutlich ein, prüfen Sie Weiterleitung, Inhalt und Meta-Daten genau dieser Seite.
  4. 4. Weiterleitungen dauerhaft behalten: Google empfiehlt, sie so lange wie möglich aktiv zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr.
  5. 5. Externe Verweise nachziehen: Google-Unternehmensprofil, Social-Media-Profile und Branchenverzeichnisse auf die neuen Adressen umstellen; bei wichtigen Backlinks die verlinkende Website um eine Anpassung bitten.

Wer tiefer einsteigen möchte: Google beschreibt den gesamten Ablauf in der offiziellen Anleitung Website-Umzug mit URL-Änderungen.

Häufige Fragen.

Verliert man bei einem Relaunch zwangsläufig Rankings?

Nein. Vorübergehende Schwankungen sind normal, solange Google die neuen Adressen verarbeitet. Dauerhafte Verluste entstehen meist durch vermeidbare Fehler: fehlende Weiterleitungen, gestrichene Inhalte oder ein vergessenes noindex aus der Testphase.

Wie lange müssen 301-Weiterleitungen bestehen bleiben?

Google empfiehlt, sie so lange wie möglich aktiv zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr. In der Praxis spricht wenig dagegen, sie dauerhaft zu behalten – vor allem für Seiten, auf die andere Websites verlinken.

Brauche ich das Tool zur Adressänderung in der Search Console?

Nur wenn Sie auf eine andere Domain oder Subdomain umziehen. Bleibt die Domain gleich – auch bei neuen Pfaden oder beim Wechsel von HTTP auf HTTPS –, genügen saubere Weiterleitungen und eine aktualisierte Sitemap.

Darf ich alte Seiten einfach auf die Startseite weiterleiten?

Besser nicht. Google rät davon ab, viele alte Adressen auf ein einziges, inhaltlich unpassendes Ziel wie die Startseite umzuleiten. Jede alte Seite sollte auf die neue Seite mit dem passenden Inhalt zeigen. Gibt es wirklich keinen Ersatz, ist eine ehrliche Fehlerseite (404 oder 410) die sauberere Lösung.

Wann ist Optimieren besser als ein Relaunch?

Wenn Technik und Struktur grundsätzlich tragen und die Probleme in Ladezeit, Texten oder einzelnen Seiten liegen. Dann bleiben Adressen und gewachsene Rankings unangetastet, und Sie verbessern gezielt das, was bremst.

Relaunch geplant?

Erzählen Sie mir kurz, was ansteht – Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, ob Relaunch oder Optimierung der richtige Weg ist, und auf Wunsch einen kostenlosen Designentwurf vorab.

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Vincent Mulders

Über den Autor

Vincent Mulders

Gründer von Southframe aus der Region Regensburg. Seit über 12 Jahren beschäftigt er sich mit E-Commerce, Websites, SEO und digitalem Wachstum – bei Southframe entwickelt er Websites, die gefunden werden und verkaufen. Mehr über Southframe